Psychologische Hilfen bei ungewollter Kinderlosigkeit
Nach einer Umfrage des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) waren im Jahr 2019 ca. 21% der Frauen der Jahrgänge 1965-1969 kinderlos. Die endgültige Kinderlosigkeit ist in den allermeisten Fällen ungeplant. Neueren Schätzungen zufolge sind etwa 15-20% aller Paare unfruchtbar (Bujard & Diabaté, 2016, S. 393; Kowalcek, 2001, S. 291). Für Betroffene kann die ungewollte Kinderlosigkeit eine starke Belastung sein, sowohl persönlich als auch für die Paarbeziehung (Beyer, Dye, Bengel & Strauß, 2004, S. 337; Wischmann & Stammer, 2006, S. 39). Es gibt jedoch psychologische Hilfen. Ein häufig verstecktes Thema Wenn eine Schwangerschaft längere Zeit nicht zustande kommt, führt eine gewisse Scham [...]
Psychologie und Klimakrise – Was ist eigentlich Umweltpsychologie?
Die Menschheit befindet sich in einem Zeitalter, in dem sie ihre eigenen Lebensräume in erheblichem Maße zerstört und ausbeutet. Die Probleme, die der Klimawandel mit sich bringt, zählen zu den größten Herausforderungen und Bedrohungen. Klimaveränderungen sind vor allem menschgemacht, sie bedrohen Menschen in allen Teilen der Erde, etwa durch Starkregen, Überschwemmungen, zunehmende Dürren, den Anstieg des Meeresspiegels oder Waldbrände (Frindte, 2022, S. 403-404). Die Begleiterscheinungen des Klimawandels können sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken (Umweltbundesamt, 2017). Eine Subdisziplin der Psychologie ist die Umweltpsychologie. Sie beschäftigt sich mit den Zusammenhängen des Klimawandels und der menschlichen Psyche. Dieses Fachgebiet wird im [...]
„Eine 1? Glück gehabt!“ – Das Impostor-Syndrom (Teil 2)
Im Beitrag „Eine 1? Glück gehabt! – Das Impostor-Syndrom (Teil 1)“ wurde das Impostor-Syndrom erläutert und mögliche Auswirkungen dargestellt. In diesem Beitrag wird gezeigt, wie es entstehen kann, welche Unterschiede Männer und Frauen bezüglich des Syndroms aufweisen. Abschließend werden Möglichkeiten vorgestellt, die helfen können, das Impostor-Syndrom in den Griff zu kriegen. Wie entsteht das Impostor-Syndrom? Bestimmten Familienkonstellationen können das Impostor-Syndrom verursachen (Klinkhammer & Sauk-Soprun, 2009, S. 166). Anhand der von Clance und Imes untersuchten Frauen ließen sich zwei Gruppen identifizieren. In der ersten Gruppe wurde der Betroffenen die Eigenschaft „sozial“ zugeschrieben, einer anderen nahestehenden Person „intelligent“. Erstere versuchte durch [...]
„Eine 1? Glück gehabt!“ – Das Impostor Syndrom (Teil 1)
„Auf die letzte Hausarbeit habe ich eine 1 bekommen? Da muss die Dozentin aber einen guten Tag gehabt haben“ hinter Gedanken wie diesen oder „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die anderen in meinem neuen Job bemerken, dass ich eigentlich keine Ahnung habe“ lassen sich große Selbstzweifel erahnen. Eine extreme Form des Selbstzweifels ist als Impostor-Syndrom bekannt. Im Folgenden Beitrag wird erklärt, was es damit auf sich hat und welche Möglichkeiten im Umgang es gibt. Was ist das Impostor-Syndrom? Impostor bedeutet so viel wie „Hochstapler*in“, der Effekt wurde erstmals 1978 von Clance und Imes beschrieben, die die Eigenwahrnehmung [...]
Warum ein schlechter Tag dich nicht „depri“ macht – Fachbegriffe im Alltag
„Ich fühle mich heute ganz schön depri“, diesen Satz kennen wir alle. Von Bekannten oder vielleicht haben wir ihn auch selbst schon genutzt. „Depri“ ist eine Verniedlichung von depressiv, also einer psychischen Erkrankung. Meistens hat die Person keine entsprechende Diagnose, sondern möchte damit ausdrücken, dass sie einen schlechten Tag hat. Dieser und andere Fachbegriffe haben ihren Einzug in die Alltagssprache gefunden und werden häufig außerhalb des fachlichen Kontextes genutzt. (Weber, 2022). Warum der inflationäre Gebrauch von Fachbegriffen im Alltag und in den Medien problematisch ist, wird im folgenden Beitrag dargestellt. Warum ist das problematisch? Psychische Gesundheit ist ein relevantes Thema [...]
Antisoziale Persönlichkeitsstörung (APS) – Symptomatik, Ursachen und Diagnostik
Er fiel anfangs ausschließlich durch Vandalismus auf. Als Nächstes wurde ein Schulverweis ausgesprochen. Danach erfolgten einige Verhaftungen. Der Ausriss von daheim war keine Seltenheit. Seine äußerliche Erscheinung wirkte nie besonders gepflegt. Den ausgewählten Job hielt er nur einige Tage durch und kündigte anschließend. Auffällig waren ebenso, dass er Einzelgänger war und die Eigenschaften Aggressivität sowie ein selbstzentriertes Verhalten aufwies (Mineka et al., 2009, S. 466). Symptomatik Die beschriebene psychische Erkrankung wird im ICD-10 als Dissoziale Persönlichkeitsstörung bezeichnet und im DSM-5 im Cluster B als Antisoziale Persönlichkeitsstörung (Benecke , 2014, S. 393–394). Darüber hinaus besteht eine weitere Bezeichnung als Psychopathie, diese ist eng [...]