Influencer wider Willen? Wenn Eltern ihre behinderten Kinder auf Instagram vermarkten
In den sozialen Medien begegnen einem zunehmend Accounts, auf denen Eltern über das Leben mit ihren Kindern mit Behinderung berichten. Oft mit dem genannten Ziel, „Aufklärung zu leisten“, die eigene Geschichte zu teilen oder Spenden zu sammeln. Doch zwischen authentischer Sichtbarkeit und fragwürdiger Selbstdarstellung verläuft ein schmaler Grat. Besonders problematisch wird es dann, wenn intime Einblicke in das Leben von Kindern mit Behinderung zur Selbstinszenierung und zum Marketinginstrument werden. Die Frage stellt sich, wo die digitale Teilhabe endet, und wo digitale Ausbeutung beginnt. Zwischen Sichtbarkeit und Selbstdarstellung Bilder von Kindern mit Down-Syndrom, Alltagsszenen mit Epilepsie, Reels über den Pflegeaufwand oder [...]
MetaTalk: Digitale Kommunikation für echte Teilhabe
MetaTalk: Die Stimme für Menschen ohne Lautsprache In unserer Gesellschaft ist Kommunikation der Schlüssel zu Teilhabe, Bildung und Selbstbestimmung. Doch was passiert, wenn jemand sich nicht oder nur eingeschränkt über Lautsprache mitteilen kann? Für viele Menschen stellt das eine große Hürde dar - im Alltag, in der Schule oder im sozialen Miteinander (Fuchs, 2020). Was bedeutet Unterstützte Kommunikation (UK)? Unterstützte Kommunikation beschreibt sämtliche Strategien, Methoden und Hilfsmittel, die Menschen mit komplexen Kommunikationsbedürfnissen dabei unterstützen, sich verständlich zu machen. UK kann sowohl körpereigene Ausdrucksformen, wie Mimik, Gestik, Laute oder Gebärden, als auch externe Hilfsmittel umfassen. Diese reichen von einfachen Symbolkarten bis [...]
Be My Eyes: Wie eine App die Welt für Blinde sichtbar macht
Die Digitalisierung beschreibt den Wandel von analogen zu digitalen Prozessen und verändert grundlegend, wie wir leben, arbeiten und kommunizieren (Heister & Krings, 2025, S. 6-7). Ebenso eröffnet die Digitalisierung neue Chancen für Inklusion, indem sie Barrieren abbaut und den Zugang zu Informationen, Kommunikation und Teilhabe für alle Menschen erleichtert. Die App Be My Eyes ist ein Paradebeispiel dafür. Sie bringt sehende Freiwillige mit sehbehinderten oder blinden Menschen zusammen - in Echtzeit, mit einem einfachen Videoanruf. Das Ziel: Hilfe im Alltag, die spontan, menschlich und kostenlos ist (Be My Eyes, o. J.). Eine einfache Idee mit großer Wirkung Stell dir vor, [...]
Nachrichten für alle – Wie Lenadi Barrieren überwindet
Wenn Information Teilhabe bedeutet Nachrichten sind ein Fenster zur Welt - doch was, wenn dieses Fenster für manche Menschen verschlossen bleibt? Für viele Menschen mit Lernschwierigkeiten, kognitiven Beeinträchtigungen oder einer anderen Erstsprache sind klassische Nachrichtenseiten schwer verständlich. Lenadi, eine digitale Nachrichtenplattform, will das ändern. Mit Leichter Sprache und den unterstützenden MetaCom-Symbolen von Annette Kitzinger macht Lenadi Informationen für alle zugänglich. Ein Beispiel, wie Inklusion im digitalen Raum gelingen kann. Leichte Sprache: Mehr als vereinfachte Wörter Leichte Sprache ist eine stark vereinfachte Form der deutschen Sprache. Sie hilft Menschen, die Schwierigkeiten beim Lesen oder Verstehen haben. Deshalb gibt es klare Regeln: [...]
CEO-Branding: Wenn Führungskräfte zu Marken werden
Ob auf LinkedIn, in Podcasts oder Talkshows – immer häufiger stehen Führungskräfte selbst im Rampenlicht. Sie vertreten nicht nur ihre Unternehmen, sondern werden selbst zur Marke. Dabei beeinflusst der öffentliche Auftritt von CEOs das Bild des gesamten Unternehmens maßgeblich: Laut einer Analyse der PR-Agentur Weber Shandwick und KRC-Research macht der Ruf des CEOs zu 49% das Gesamtbild des Unternehmens aus (Weber Shandwick; KRC-Research, 2023 S. 8). Wer also an der Reputation eines Unternehmens arbeiten will, kommt am Konzept des CEO-Branding nicht mehr vorbei. Doch was steckt dahinter? Dieser Beitrag beleuchtet, was CEO-Branding ist, warum es für Unternehmen relevant ist und [...]
Inklusives digitales Zeitalter: Chancen und Herausforderungen
Einleitung Dieser Betrag thematisiert die Relevanz einer inklusiven Gestaltung von Digitalisierung. Menschen, die bei einem Veränderungsprozess nicht eingeschlossen werden, können ihn und die daraus resultierenden Ergebnisse nicht aktiv mitgestalten. Pelka schreibt dazu, dass Menschen, die bereits heute digital ausgeschlossen sind, keine Möglichkeit haben, die zukünftige digitale Welt von der Zukunft mitzugestalten (Pelka, 2017, S. 59). Es kann nur dann möglich sein, dass alle Menschen Digitalisierung mitgestalten können, wenn es keine oder zumindest wenige Barrieren in der digitalen Welt gibt. Die Digitalisierung und eine Vielzahl von digitalen Medien gehören fest in das alltägliche Leben, unabhängig davon, ob es sich um einen [...]