Digitalisierung im Klassenzimmer – zu wenig, genug, zu viel?
Seit einigen Jahren führen Bildungsforscher*innen eine hitzige Diskussion darüber, in welchem Ausmaß Digitalisierung an Deutschlands Schulen erfolgen soll. Die Standpunkte gehen dabei sehr weit auseinander, und aufgrund des Bildungsföderalismus ist bisher auch keine einheitliche Vorgehensweise in den verschiedenen Bundesländern erkennbar. Eine kürzlich veröffentlichte Meldung des Augsburger Bildungsforschers Klaus Zierer heizt die Debatte nun erneut an. Abbildung 1: Das Klassenzimmer der Zukunft? (Quelle: Freepik) Künstliche Intelligenz - eines der Streitthemen Zierer gehört dabei klar zu den konservativen Vertretern der Digitalisierungsdebatte. Er spricht sich deutlich gegen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Klassenzimmer aus und stützt sich dabei auf eine Studie des [...]
Digitalisierung – wenn Fortschritt zu Exklusion führt
Im August 2025 stellte die Senioren-Union, eine Gruppe älterer Menschen innerhalb der CDU/CSU, einen Antrag für gesetzlich garantierte analoge Alternativen. Diese Forderung nach einem "Grundrecht auf ein analoges Leben" hat zu einigen Diskussionen geführt. Wie digital leben wir mittlerweile eigentlich? Und in welchen Bereichen wurde eventuell übersehen, dass übermäßige Digitalisierung gleichzeitig zu einem Ausschluss derjenigen führen kann, die keinen Zugang zum Internet und zur digitalen Welt haben? Abbildung 1: Die Tabletnutzung ist nicht für alle Senior*innen selbstverständlich (Quelle: Freepik) Der Status quo - so viele Menschen nutzen das Internet nicht Für viele mag es unvorstellbar sein, aber es gibt immer [...]
Selbstbestimmte Elternschaft – (k)ein Grundrecht für alle?
Stefanie ist 28 Jahre alt, als sie ihr erstes Kind bekommt. Eigentlich nichts Besonderes, schließlich kommen Jahr für Jahr Kinder auf die Welt. Dass Stefanie sich selbstbestimmt um ihre Tochter kümmern darf, ist jedoch erst seit 2009 gesetzlich geregelt. Stefanie hat nämlich Lernschwierigkeiten und eine Hörbeeinträchtigung (Mencke, 2023). Damit zählt sie als Mensch mit Behinderungen – und für die ist Elternschaft alles andere als selbstverständlich. Die rechtliche Lage von Eltern mit Behinderungen Erst seit 2009 – also erst seit etwas mehr als 15 Jahren! – wird Menschen mit Behinderungen durch die UN-Menschenrechtskonvention zugesichert, dass sie die gleichen Rechte und Pflichten [...]
Werkstätten für Menschen mit Behinderung – ein Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit
Für die meisten von uns steht außer Frage, dass der Klimawandel eines der wichtigsten, drängendsten Themen unserer Generation ist. Damit auch unsere Kinder und deren Kinder danach in intakter Natur, mit ausreichend Ressourcen und Artenvielfalt leben können, müssen wir umweltschädliche Gewohnheiten, die häufig von den Generationen vor uns etabliert wurden, ablegen - jeder von uns. Deshalb ist der Begriff Nachhaltigkeit auch allgegenwärtig. Die meisten verstehen darunter Mülltrennung, Ressourcenschonung und Umweltschutz. Was jedoch kaum einer weiß: Nachhaltigkeit hat auch eine soziale Komponente. Abbildung 1: Soziale Nachhaltigkeit in einer vielfältigen Gesellschaft (Quelle: Freepik) Nachhaltigkeit - was ist das eigentlich? Es vergeht kein [...]
Inklusion – zum Status quo an deutschen Schulen
Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist seit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention ein Menschenrecht in Deutschland. Inklusion ist damit keine Frage des guten Willens, sondern eine Selbstverständlichkeit. Zumindest sollte es so sein. Ein genauerer Blick auf verschiedene Bereiche der Gesellschaft macht aber schnell deutlich, dass Ziele, Vorschriften und Abkommen oft nur bedingt etwas mit der Realität zu tun haben. Dies trifft leider auch auf das deutsche Schulsystem zu. So sähe gelungene Inklusion an Schulen aus Inklusion an Schulen - was bedeutet das überhaupt? Konsequent umgesetzt versteht man unter einem inklusiven Schulsystem die gemeinsame Beschulung aller Schülerinnen und Schüler - unabhängig [...]
Vom psychischen Schmerz, seine Heimat zu verlieren – das Phänomen Solastalgie am Beispiel Tuvalu
Jeden Tag verschluckt das Meer weitere Teile der Insel, bis sie irgendwann ganz verschwunden ist. Für die Einwohner:innen von Tuvalu ist das zur traurigen Realität geworden: innerhalb der nächsten Jahrzehnte könnte ihre Heimat komplett im Meer versunken sein. Der Umgang damit ist sehr schwer. Das Phänomen der Solastalgie Der Klimawandel verändert unsere natürliche Umwelt immer mehr, und mit ihr die Heimat von Millionen Menschen. Neben ökologischen und ökonomischen Schäden tragen immer mehr Menschen durch den Klimawandel aber auch psychische Belastungen davon. Die Solastalgie ist eine davon: sie beschreibt die psychische Belastung, die durch die negative Veränderung oder den Verlust der [...]





