Burnout – wenn die Arbeit das Leben bestimmt

Einleitung

Seit etwa zehn Jahren gewinnt das Thema Burnout an enormer gesellschaftlicher und medialer Relevanz. Es entstanden zunehmend sogenannte Burnout-Kliniken, da Burnout mit einer Depression gleichgestellt wird.[1] Mittlerweile gilt Burnout neben Depressionen als Volkskrankheit Nummer eins. Erstmals tauchte der Begriff 1970 auf, als der deutsche Psychoanalytiker Herbert Freudenberger entsprechende Symptome an sich selbst und seinem Team erlebte. Er erzählte von Erschöpfung durch Mitleid, welche vor allem bei helfenden Berufen auftritt, bei welchen der private Ausgleich fehlt. Theoretisch kann Burnout bei jedem Menschen auftreten, vor allem jedoch bei Menschen die sehr ehrgeizig, perfektionistisch und engagiert sind.[2] In dem folgenden Blog-Beitrag wird erklärt, was ein Burnout ist und wie es dazu kommen kann. Außerdem folgt eine Erläuterung, wie die Krankheit vorgebeugt und therapiert werden kann. Am Ende wird aus den Ergebnissen ein Fazit geschlossen.

Burnout

Es gibt bis heute keine einheitliche Definition von Burnout. Es gibt jedoch eine Definition von Ina Rösing, welche als sehr passend erscheint.

„Burnout ist ein Zustand emotionaler Erschöpfung am Beruf. Er geht einher mit negativen Einstellungen zum Beruf, zu den Inhalten oder den Mitteln des Berufs (…) oder zu den Partnern oder Klienten im Beruf (…) Hinzu kommt ein erheblich reduziertes Selbstwertgefühl in Bezug auf die eigene berufsbezogene Leistungsfähigkeit (…)“[3]

Ein Burnout entsteht durch Wechselwirkungen zwischen Umweltfaktoren und der individuellen Verletzbarkeit. Die nachfolgende Abbildung zeigt graphisch die Entstehung und Folgen von Burnout.

Abbildung: Entstehung und Folgen des Burnout-Prozesses
Quelle: Brühlmann (2015b). S.13

Es lässt sich sagen, dass diese Krankheit immer mit einer Krise oder einem Leistungsdruck bei der Arbeit beginnt. Dies führt wiederum zu einem Burnout-Prozess, welcher bewirkt, dass die Folge schwere psychische Krankheiten sein können. Es ergeben sich vielfältige Beschwerden, wie bspw. körperliche Schwäche, Freudlosigkeit, Verlust von Motivation, Gedächtnisprobleme und Rückzug.[4]  

Therapiemöglichkeiten

Es wurde gezeigt, dass es vor allem bei der Arbeit zu der Krankheit kommen kann. Deswegen sollte zum einen präventive Maßnahmen vor allem in Unternehmen eingesetzt werden und zum anderen ist es hilfreich zu wissen, wie die Krankheit behandelt werden kann, wenn sie nicht rechtzeitig verhindert wurde.

Möglichkeiten präventiver Maßnahmen können zum Beispiel Selbstmanagementtrainings darstellen. Ein solches Training setzt sich aus vielen verschiedenen Bausteinen zusammen, um dem Betroffenen zu helfen, den komplexen Lernprozess zu unterstützen und Belastungen eigenständig zu überwältigen. Es könnten Entspannungsverfahren angewendet werden, bei welchen Techniken zusammengefasst werden, um Entspannungsreaktionen hervorzurufen. Zum einen spielt sich die Reaktion auf der körperlichen Ebene ab und zum anderen auf der verhaltens-, emotionalen und kognitiven Ebene. Das führt zu einer Steigerung der Selbstkontrolle und Wohlbefindens, einer Schulung der Konzentration und zur Beruhigung. Ziel ist es, Anspannungsreaktionen zu kontrollieren und zu modifizieren. Langfristige Ergebnisse sind u.a. eine verbesserte Selbstkontrolle, die Entwicklung von gezielten körperlichen und physiologischen Prozessen, die Sensitivierung für körperliche Vorgänge und Kontrollüberzeugungen bei der Bewältigung von körperlichen Belastungsreaktionen.[5]

Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte progressive Muskelrelaxation (PMR), welche 1938 von Edmund Jacobson entwickelt wurde und heute insbesondere für die kognitive Verhaltenstherapie eingesetzt wird. Durch eine Lockerung einzelner Muskelgruppen wird eine kognitiv emotionale Entspannung erreicht. Außerdem lernt der Patient An- und Entspannungszustände zu unterscheiden und schult seine Körperwahrnehmung. Der Ablauf der PMR läuft in vier Phasen ab. Erstens das Einspüren in die Muskelgruppe, zweitens das Anspannen der jeweiligen Muskelgruppe, drittens das Entspannen der Muskelgruppe und viertens das Nachspüren aller Empfindungen in der jeweiligen Muskelgruppe. Es wurde bestätigt, dass PMR vor allem bei stressbedingten Störungen eine langfristige und effektive Wirkung zeigt.[6]

Außerdem können verhaltensorientierte Angebote wie Sport und Bewegung, Ernährungsberatung, Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitsgespräche und zu guter Letzt Coachings angeboten werden, um präventiv gegen Stress der Mitarbeiter vorzugehen.[7]

Es gibt noch viel mehr präventive Trainingseinheiten, die hier jedoch aus Platzgründen nicht weiter ausgeführt werden. Im nachstehenden wird erläutert, inwiefern ein Burnout therapiert werden kann.

Es gibt verschiedene Therapieformen, jedoch ist u.a. die Gesprächstherapie sehr weit verbreitet und wird gerne genutzt. Der Klient steuert hierbei selbst das Gespräch und ist deshalb vor allem für Patienten geeignet, die sich davor scheuen, einen Therapeuten aufzusuchen. Die kognitive Verhaltenstherapie kann den Kern des Problems angehen, indem die unausgesprochenen gespeicherten Glaubenssätze der Klienten aufgespürt und in Frage gestellt werden. Eine weitere wichtige Therapieform ist die Gestalttherapie, welche vor allem bei chronischem Burnout Anwendung finden kann. Dabei werden festgefahrene Konflikte zur Lösung gebracht und es wird dafür gesorgt, dass die Klienten sich selbst akzeptieren, um eine Selbstverantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.[8] Auch hier gibt es viel mehr Therapiemöglichkeiten, die jedoch nicht weiter ausgeführt werden können.

Fazit

Burnout ist eine weitverbreitete Krankheit, die sehr ernst genommen werden sollte, da sie von der Arbeitsunfähigkeit bis hin zu Depressionen führen kann. Jeden Menschen kann es betreffen und es sollte vor allem in Unternehmen präventive Maßnahmen eingesetzt werden, um ein Burnout verhindern zu können, bevor die Symptome auftreten. Wenn es jedoch schon zu spät dafür ist, ist es nötig sofort zu handeln und entsprechende Therapiemöglichkeiten einzusetzen. Denn nur gesunde und glückliche Mitarbeiter sind erfolgreiche Mitarbeiter und für das Unternehmen von Nutzen.


[1] Berger (2013). S.1

[2] Sendera und Sendera (2013). S.102

[3] Scherrmann (2015). S.8

[4] Brühlmann (2015a). S.13

[5] Rusch (2019). S.93-94

[6] Rusch (2019). S.94-96

[7] Scherrmann (2015). S.36

[8] Burisch 2014 S.261-263

Literatur

Brühlmann, T. (2015a): Burnout. In: H. Göbel und Rainer Sabatowski (Hg.): Weiterbildung Schmerzmedizin. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg, S. 11–22.

Brühlmann, T. (2015b): Burnout. In: H. Göbel und Rainer Sabatowski (Hg.): Weiterbildung Schmerzmedizin. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg, S. 11–22.

Burisch, Matthias (2014): Das Burnout-Syndrom: Springer Berlin Heidelberg.

Rusch, Stephan (2019): Stressmanagement. Ein Arbeitsbuch für die Aus-, Fort- und Weiterbildung. 2. Aufl. Berlin: Springer.

Scherrmann, Ulrich (2015): Stress und Burnout in Organisationen. Ein Praxisbuch für Führungskräfte, Personalentwickler und Berater. Aufl. 2015. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg.

Sendera, Alice; Sendera, Martina (2013): Trauma und Burnout in helfenden Berufen. Erkennen, Vorbeugen, Behandeln– Methoden, Strategien und Skills. Wien: Springer.

Bildquelle:

https://pixabay.com/photos/stress-businesswoman-woman-burnout-2883648/