By Published On: 21. Februar 2022Categories: Psychologie

Pornographische Inhalte sind im 21. Jahrhundert nicht mehr aus der Gesellschaft wegzudenken. Die Akzeptanz gegenüber Selbstbefriedigung und Konsum von pornographischen Inhalten ist in der Vergangenheit immer weiter gestiegen. Doch wie sehr werden wir als Person durch den Konsum solcher pornographischer Inhalte beeinflusst?

Masturbation in Deutschland – Vorkommen & Häufigkeit

Abbildung 1: Umfrage wie oft die Deutschen masturbieren (Tenga, 2020)
Abbildung 2: Umfrage ob während einer Partnerschaft Masturbation betrieben wurde (Tenga, 2020)

Im Jahre 2020 waren es ca. 93% der Männer und ca. 80% der Frauen, welche schon einmal in ihrem Leben sich selbst befriedigt bzw. Masturbation betrieben haben (Tenga, 2020). Wie in Abbildung 1 ersichtlich dargestellt wird, masturbieren hiervon ca. 53% der Deutschen mindestens einmal pro Woche regelmäßig, wobei dies von ca. 10% täglich getan wird. Auch Personen innerhalb einer Beziehung mit einem Partner bzw. einer Partnerin nutzen die Möglichkeit der Selbstbefriedigung. Hierbei handelt es sich um ca. 80% der in einer Partnerschaft befindlichen Personen, wie in Abbildung 2 dargestellt. Dies bedeutet, dass der Akt der Masturbation für den Großteil der in Deutschland lebenden Personen von großer Bedeutung ist und zum Alltag dazugehört.

Masturbation in Deutschland – Gründe & Methodik

Abbildung 3: Umfrage zu den Gründen, warum masturbiert wird (Tenga, 2020)
Abbildung 4: Was machen/benutzen Sie während Sie masturbieren? (Tenga, 2018)

In Abbildung 3 wird aufgezeigt, dass die Hauptgründe für die Durchführung der Masturbation die Befriedigung des sexuellen Drangs, der Abbau von Stress und das Erleben und Erreichen sexueller Lust sind. Dies gilt sowohl bei den Männern, als auch bei den Frauen. In der jeweilig genutzten Methodik, gibt es jedoch zwischen Männern und Frauen Unterschiede. Männer nutzen zur Masturbation in der Regel eher visuelle Mittel, wie z.B. pornographische Filme oder Bilder. Frauen hingegen masturbieren in der Regel eher mit der Nutzung der Fantasie aus ihren Gedanken. Dies wird in Abbildung 4 deutlich dargestellt.

Dies bedeutet, dass sowohl Männer, als auch Frauen in der Regel aufgrund der selben Gründe das Konzept der Selbstbefriedigung nutzen, dies jedoch auf unterschiedliche Art und Weise mit der Verwendung verschiedener Methoden geschieht.

Pornokonsum- Weltweiter Anstieg

Im Jahre 2017 betrug die Anzahl der täglichen Besuche auf der pornographischen Online-Plattform „Pornhub“ einen Wert von ca. 81 Millionen. In diesem Jahr wurden ebenfalls auf dieser Plattform ca. 4 Millionen Videos hochgeladen, welche einen pornographischen Inhalt zeigten (Business Punk, 2018). Im Jahre 2019 hingegen betrug die Anzahl der täglichen Besuche auf der Online-Plattform den Wert von ca. 115 Millionen. Auch die Anzahl der hochgeladenen pornographischen Videos und Filme erhöhte sich auf ca. 6 Millionen (Computer Bild, 2019). Dies bedeutet, dass die Nutzung pornographischer Inhalte zwischen 2017 und 2019 stark angestiegen ist. Es ist somit möglich zu sagen, dass der Pornokonsum weltweit über die Jahre ansteigt. Ebenfalls sollte erwähnt werden, dass Deutschland das Land auf der Online-Plattform „Pornhub“ darstellt, welches am meisten pornographische Inhalte konsumiert hat (DieTechniker, 2021).

Auswirkungen von Pornokonsum und Masturbation auf die sexuelle Lust

Es besteht die Möglichkeit, dass der Konsum von pornographischen Inhalten, wie z.B. Filme und Videos, dazu führen kann, dass sowohl die Frauen, als auch die Männer innerhalb einer Partnerschaft darunter leiden. Der jeweilig konsumierende Partner bzw. die jeweilig konsumierende Partnerin kann aufgrund des Konsums gefühllos sein, mechanisch wirken, nicht zärtlich genug sein oder deren Partner bzw. Partnerin zu einfallslos bzw. zu langweilig in Bezug auf sexuelle Aktivitäten innerhalb der Partnerschaft finden. Dies bedeutet, dass bei der jeweilig konsumierenden Person eine sexuelle Funktionsstörung aufgrund fehlender bzw. mangelnder Kreativität oder ähnlichen entstehen kann (Beiglböck, Feselmayer, Honemann, 2006, S.408).

Ebenfalls kann häufiges Masturbieren bei Männern dazu führen, dass die sexuelle Lust in Bezug auf die reale Partnerin schwindet. Dies liegt daran, da es sich bei der Selbstbefriedigung des Mannes um kompensatorische Masturbation handelt und dadurch vorhandene und bereits bekannte Reize weniger Interessant erscheinen. Frauen hingegen masturbieren komplementär. Dies bedeutet, dass die Frau mit der Hilfe der Masturbation ihr sexuelles Repertoire erweitert und dadurch leichter erregbar ist. Dies bedeutet, dass häufiges Masturbieren bei Männern negativ und bei Frauen positiv sein kann in Bezug auf die sexuelle Lust innerhalb einer Partnerschaft. Allerdings sollte bewusst sein, dass der Konsum von Pornographie bei beiden Parteien zur Abstumpfung sexueller Reize führen kann und sich somit negativ auswirken kann (Laimböck, 2021, S.113-114).

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Konsum pornographischer Inhalte sowohl bei Frauen, als auch bei Männern zu negativen Auswirkung in Bezug auf die sexuelle Lust führen kann. Dennoch stellt auch der Konsum von pornographischen Inhalten Möglichkeiten bereit, welche zur Steigerung der Erregbarkeit führen können. Pornographische Inhalte sind demnach nicht von Grund auf negativ für die Menschen, welche diese Inhalte konsumieren. Solche Inhalte sollten allerdings nicht übermäßig konsumiert werden, da dies sonst zu negativen Auswirkung in Bezug auf die sexuelle Lust führen kann. Ebenfalls sollte darauf geachtet werden, dass zu häufiges Masturbieren auch zu negative Auswirkungen bei Männern führen kann.

Literatur

Tenga. (2020). Germany Full Report. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/studie/id/79488/dokument/selbstbefriedigung/

DieTechniker. (2021). Zehn nackte Tatsachen zu Pornografie. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter: https://www.tk.de/techniker/magazin/lifestyle/liebe-sex-partnerschaft/mypornme/zehn-nackte-tatsachen-zu-pornografie-2090126

Computer Bild. (2019). Pornhub-Statistik 2019: Richtig harte Fakten zum Pornokonsum. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter: https://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-Pornhub-Statistik-2019-Jahresrueckblick-Konsum-Zahlen-Deutschland-24732481.html

Business Punk. (2017). Nackte Zahlen: Pornhub veröffentlicht Jahresstatistik für 2017. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter: https://www.business-punk.com/2018/01/nackte-zahlen-pornhub-veroeffentlicht-user-statistiken-fuer-2017/

Laimböck, B. (2021). Guter Sex dank Selbsthypnose. Berlin: Springer Verlag GmbH.

Beiglböck, W., Feselmayer, S. & Honemann, E. (Hrsg.). (2006). Handbuch der klinisch-psychologischen Behandlung (2. Auflage). Wien: Springer Verlag WienNewYork.

Tenga. (2018). Männerreport. Zugriff am 11.02.2022. Verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/872948/umfrage/umfrage-unter-deutschen-zu-routinen-bei-der-selbstbefriedigung-nach-geschlecht/

Bildquelle

Pixabay. (2022). Sexsymbole. Zugriff am 22.02.2022. Verfügbar unter: https://pixabay.com/de/illustrations/sex-spielzeug-für-erwachsene-symbole-6990493/

Pixabay. (2017). Mann und Frau. Zugriff am 22.02.2022. Verfügbar unter: https://pixabay.com/de/photos/mann-frau-composing-streit-2933991/

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