Schlaganfall – der Weg zurück ins Leben

Und plötzlich erreicht Sie die Nachricht: Sie hatten einen Schlaganfall. Das muss wohl mitunter die beunruhigteste Mitteilung von allen sein. Um an das Thema heranzuführen, folgt eine kleine Vorstellung der Krankheit. Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Sie gehört zu den klassischen Alterskrankheiten, da die meisten Patienten älter als 70 Jahre alt sind. Es bezeichnet das Resultat einer Hirndurchblutungsstörung, was zu einer Zerstörung von Teilen des Gehirns führt. Durch einen Schlaganfall kann die Selbstständigkeit der Betroffenen bedroht werden und es kann zur Pflegebedürftigkeit führen.[1] Dadurch sind die Betroffenen meist so eingeschränkt, dass sie kein normales Leben mehr führen können. Gibt es trotzdem Wege und Möglichkeiten, einem solchen Patienten den Weg zurück ins Leben zu gewährleisten?

Was sind die Ursachen und Symptome eines Schlaganfalls?

Zu den Ursachen gehört ein Blutgerinnsel oder eine Gehirnblutung. Hohes Cholesterol, Herzrhythmusstörungen, Operationen, Diabetes Mellitus und ein hoher Blutdruck können ein Risikofaktor darstellen. Antikoagulation (Die Gabe des Medikaments zur Hemmung der Blutgerinnung), angeborene Blutungsneigung, Diabetes Mellitus und erhöhter Blutdruck begünstigt eine Gehirnblutung. Zu den Symptomen, die bei einem akuten Schlaganfall auftreten, gehören Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, Wortfindungsstörungen, Lähmungen, schwere Kopfschmerzen, blau anlaufen des Kopfes, Bewusstlosigkeit, langsame und schnarchende Atmung und eventuell lichterweiterte Pupillen. Wenn die Symptome eines Schlaganfalls bekannt sind, können diese bei Auftreten der Krankheit positiv beeinflusst werden, damit weitreichende Folgen verhindert werden können. Eine frühzeitige Erkennung kann erfolgen, da manche Patienten vor dem Schlaganfall meist eine transiente ischämische Attacke (kurz TIA) aufweisen. Das FAST-System spielt hierbei eine erhebliche Rolle. F steht für Face – steht der Mund noch gerade? A steht für Arm – kann der Patient beide Arme noch gestreckt halten? S Steht für Speech – Spricht der Patient eindeutig und zusammenhängend? T Steht für Time – Wann haben die Symptome begonnen?[2] Es ist sehr wichtig, die Symptome zu erkennen, um eine frühzeitige Behandlung einführen zu können.

Die Folgen eines Schlaganfalls

Es ist möglich, dass der Patient ohne Schäden überlebt, jedoch können die Folgen eines Schlaganfalls ebenso drastisch sein. Die Betroffenen erleiden Behinderungen und sind auf die Hilfe von Pflegern angewiesen. Außerdem gehören manchmal Depressionen als Begleiterscheinung dazu, was die Lebensqualität weitaus verschlechtert. Zu den Folgen eines Schlaganfalls gehören unter anderem motorische Beeinträchtigungen, Störungen der Aufmerksamkeit, Sprachstörungen, halbseitiger Gesichtsfeldausfall, Schluckstörungen, Darmlähmungen und weitere erhebliche Einschränkungen seitens des Patienten. Diese Folgen der Krankheit können nicht geheilt, jedoch mit genug Zeit und Geduld therapiert werden. Durch die Therapie kann es den Patienten eventuell ermöglicht werden, in ein normales Leben zurückzukehren.[3]

Der Weg zurück ins Leben

Die bleibenden Schäden der Patienten können durch verschiedene Therapien behandelt werden. Die motorischen Beeinträchtigungen werden durch physiotherapeutische Maßnahmen gelindert. Konzepte wie aufgabenorientiertes und repetitives Training sind hierbei zielführend. Die Störung der Aufmerksamkeit, auch Neglect genannt, kann durch die Stimulation der Betroffenen Seite den Neglect bewusst machen bzw. lindern. Die Sprachstörung kann durch logopädische Behandlungen therapiert werden, welche jedoch sehr intensiv betrieben werden sollten, damit schnell Erfolge erzielt werden können. Bei einer leichten Schluckstörung kann das Schlucken durch das Andicken der Nahrung oder durch das Stimulieren der Zunge mit Eis durchgeführt werden. Dieser Vorgang muss selbstverständlich überwacht werden. Bei einer starken Schluckstörung ist es nötig, die Ernährung durch eine nasogastrale Sonde durchzuführen.[4] Bei Armlähmungen ist es nötig, bereits kurz nach dem Schlaganfall mit einer spezifischen Armrehabilitation zu beginnen, da hierdurch die Erholung der Armaktivität beschleunigt wird. Dreißig Minuten Armrehabilitation sollte täglich vier bis zwanzig Wochen lang erfolgen, um die Wiederherstellung der Motorik des Arms zurückzuerlangen. Solche Therapiemöglichkeiten tragen einen erheblichen Beitrag dazu bei, dem Patienten das Leben zu vereinfachen.[5]

Fazit

Ein Schlaganfall und die weitreichenden Folgen sind nicht leicht für das Leben eines Patienten. Das Leben danach ist nicht wie vorher und beeinflusst den Alltag in schlechter Weise. Sie sind auf fremde Hilfe angewiesen und müssen sich meist mit vielen Krankenhausbesuchen und Therapien auseinandersetzen. Je nachdem wie schwerwiegend die Krankheit verläuft, ist es jedoch trotzdem möglich, dem Patienten ein besseres Leben zu bieten und mit dem Handicap zu leben. Die verschiedenen Therapien sind ein guter Schritt, um den Weg zurück ins Leben zu erleichtern. Es ist ersichtlich, dass das Leben nie so gut wie davor sein wird, jedoch kann die Lebensqualität der Betroffenen weitaus verbessert werden. Dieser Beitrag stellt einen kurzgefassten Bericht dar und sollte nicht als Selbstbehandlung genutzt werden.


[1] Zeyfang und Hagg-Grün (2018). S.128

[2] Van der Brugge (2018). S.6-7

[3] Block 2018 S.265-266

[4] Block (2018). S.265-266

[5] Platz und Roschka (2011). S.20

Literatur

Block, Frank (Hg.) (2018): Praxisbuch neurologische Pharmakotherapie. 3., überarbeitete Auflage. Berlin: Springer.

Platz, Thomas; Roschka, Sybille (2011): Rehabilitative Therapie bei Armlähmungen nach einem Schlaganfall. Patientenversion der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation. Bad Honnef: Hippocampus-Verl.

van der Brugge, Frans (2018): Symptomatik nach einem Schlaganfall in der Praxis. In: Frans van der Brugge (Hg.): Neurorehabilitation bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg, S. 5–21.

Zeyfang, Andrej; Hagg-Grün, Ulrich (2018): Schlaganfall. In: Andrej Zeyfang, Michael Denkinger und Ulrich Hagg-Grün (Hg.): Basiswissen Medizin des Alterns und des alten Menschen. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg (Springer-Lehrbuch), S. 127–143.

Bildquelle:

https://pixabay.com/photos/knowledge-spark-flash-hand-think-3914811/