Fußheberschwäche – Freund oder Feind?

Eine Fußheberschwäche, wie der Name es schon sagt, bedeutet, dass man seinen Fuß nicht mehr wie gewohnt anheben kann.

In der Fachsprache spricht man in der Regel von einer Peroneuslähmung oder -parese, da der Nervus Peroneus geschädigt ist und nicht mehr die zu versorgende Muskulatur ansteuern kann.

Ursache für solch eine Schwäche können viele Krankheitsbilder sein, dazu gehören der bekannte Schlaganfall auf der hemiplegischen oder hemiparetischen Seite, Multiple Sklerose (auch unter MS bekannt) oder ein Bandscheibenvorfall.

 

Was bedeutet das für den Alltag?

Menschen mit einer Fußheberschwäche fallen in ihrem Gangbild in der Öffentlichkeit auf, wenn sie keine entsprechende Orthese tragen. Der eigene Gang ist nicht mehr automatisiert, die Betroffenen müssen sich stark konzentrieren, den eingeschränkten Fuß richtig aufzusetzen, um nicht zu stolpern oder zu stürzen. Das Ausmaß der Lähmung kann unterschiedlich sind. In einigen Fällen besteht nur eine geringe Lähmung, sodass die Betroffenen kaum Probleme haben. Größtenteils können die Betroffenen aber nicht mehr mit der Ferse aufsetzen, um anschließend abzurollen, stattdessen treten sie mit dem Vorfuß auf. Im ersten Moment scheint das kein Problem zu sein. Aber ist zu wenig Bewegung beim Vorschwingen des Beines im Hüft- und Kniegelenk, steigt die Gefahr des Stolperns enorm an, da man mit dem Vorfuß und den Zehen aufkommt und nur noch eine geringe Kontrolle über seinen Fuß hat und schnell ins Stolpern kommt oder mit seinem Fußgelenk umknickt.

 

Patienten bzw. Betroffene mit einer Fußheberschwäche erzählen, dass …

  • man zu Beginn überfordert ist,
  • der Fuß nicht mehr Teil des eigenen Körpers war,
  • man eine lange Zeit braucht, den Fuß zu akzeptieren,
  • man viel Geduld aufbringen muss bis die ersten Fortschritte zu erkennen sind

aber…

  • es ist nur eine Fußheberschwäche und nichts Schlimmeres.
  • Übung mach den Meister.
  • es gibt mittlerweile qualitativ hochwertige Hilfsmittel
  • die Ärzte und vor allem die Physio- und Ergotherapeuten sind eine große Unterstützung.

 Welche Folgen ergeben sich, wenn man nicht rechtzeitig mit einer entsprechenden Versorgung beginnt?

Würde man seinen Alltag mit einer Fußheberschwäche ohne Hilfsmittel versuchen zu bewältigen, wirkt sich das negativ auf den gesamten Bewegungsapparat aus. Es beginnt bereits mit Kleinigkeiten, wie zum Beispiel das ständige Stolpern, worunter das Fußgelenk als auch die Zehengelenke leiden. Um das zu vermeiden entstehen Ausweichbewegungen, die automatischen Kompensationsstrategien, die der Mensch unterbewusst ausführt. In diesem Fall ist das häufig eine kreisende Bewegung des Hüftgelenks. Wenn man gegen diese Ausweichbewegungen nicht mit gezielten Maßnahmen entgegenwirkt, können sich erhebliche Probleme und Schmerzen entlang der Wirbelsäule und in den umliegenden Strukturen ergeben. Daher ist es wichtig, dass man sich mit der Schwäche seines Fußes beschäftigt, es akzeptiert und sich über mögliche Versorgungsmaßnahmen informiert.

Aktuelle Versorgungsmöglichkeiten

Aufgrund der hohen qualitativ medizinischen Versorgung in dem Bereich der Orthopädietechnik gibt zahlreich entwickelte Orthesen, die eine Ökonomisierung des Gangbilds erreichen. Durch den Einsatz der Orthesen wird die Sturzgefahr verringert, Kompensationsstrategien werden vermieden, die Verletzungsgefahr von umliegenden Strukturen und Gelenken wird gesenkt und eine Fehlstellung des Fußes als auch des gesamten Bewegungsapparates kann entgegengewirkt werden. Im Anschluss folgt eine ausgiebige Therapie mit ausgebildeten Fachkräften, sodass die Betroffenen sich wieder ein ökonomisches Gangbild aneignen.

Aussicht

Natürlich ist eine Fußheberschwäche nicht einfach weg zu operieren oder medikamentös einzustellen. Aber es gibt Hilfsmittel, die den Betroffenen ein besseres Körpergefühl geben. Zahlreiche Orthesen ermöglichen den Betroffenen eine adäquate Teilhabe am Leben, wie zum Beispiel das Nachgehen seiner Hobbies und auch sportliche Aktivitäten sind wieder möglich. Zudem steigt ihr Selbstbewusstsein, da man nicht mehr durch Blicke daran erinnert wird, dass man eine Behinderung hat.

 

Literaturverzeichnis

Markthaler, A./Deinhart, J./Fischer-Kreisig, A. „Richtig versorgt.“ PhysioPraxis, 01 2016.

Patienten, verschiedene, Interview geführt von Marlena Sturm. Leben mit einer Fußheberschwäche (07. 11 2015).

Unbekannt. Fußheberschwäche. kein Datum. http://www.fussheberschwaeche.de/de/krankheitsbild/uebersicht/ (Zugriff am 06. 04 2016).

Bildquelle http://www.fussheberschwaeche.de/de/krankheitsbild/uebersicht/ (Zugriff am 06. 04 2016).