Ist Yoga gleich Yoga?

Ca. 16% der in Deutschland lebenden Menschen haben bereits Yoga-Erfahrungen, was mit anderen Worten bedeutet, dass mehr als 11,3 Millionen Menschen schon eine bestimmte Art des Yogas bewusst oder auch unbewusst kennengelernt haben.[1]

Nicht jeder Yoga-Stil gleicht dem anderen – es existieren in der heutigen Zeit eine große Anzahl an verschiedenen Formen, so dass es vielen Personen oftmals schwer fällt bei Namen wie Hatha, Vinyasa oder Yin Yoga einen Durchblick zu behalten. Dieser Artikel soll daher kurz und knapp die in der Öffentlichkeit bekanntesten Yogaformen beschreiben.

Hatha Yoga
Hatha Yoga ist der Ursprung aller Yoga-Stile und gleichzeitig der populärste Weg der Yogawege.[2] Im Hatha Yoga spielen zum einen verschiedene Körperübungen, in der Fachsprache die Asanas, eine große Rolle. Diese werden mehrere Atemzüge lang gehalten und wirken zum einen kräftigungs- und beweglichkeitsfördernd, zum anderen haben sie einen großen Einfluss auf unsere Organe und das Nervensystem. Neben den Asanas werden des Weiteren Meditation und Atemübungen bzw. Pranayama als weitere Glieder des Hatha Yogas praktiziert.[3]

Vinyasa Yoga
Dynamische und fließende Übergänge von einer Yogaübung zu der nächsten kennzeichnen diese Yogaform. Vinyasa Yoga bedeutet auch, dass Übungen in einer sinnvollen Abfolge ganz bewusst aneinandergereiht werden, wie beispielsweise in der Übungsreihe des Sonnengrußes. Ergänzt werden die dynamischen Asanas durch eine gezielte Atmung. Die im Fluss durchgeführten Übungen können zu einem Zustand der meditativen Bewegung oder auch zu einem Flow-Erleben führen.[4]

Ashtanga Yoga
Der Ursprungsort des Ashtanga Yogas ist Mysore in Indien. In dieser Stadt legten alte Meister eine bestimmte Reihenfolge von Yogaübungen fest, die im klassischen Sinne eigenständig und im Rahmen der Übungspraxis in immer der gleichen bestehenden Reihenfolge trainiert werden. Insgesamt bestehen sechs verschiedene Übungsreihen; die populärste Übungsreihe ist jedoch die erste. Ashtanga Yoga ist extrem schweißtreibend und erfordert ein hohes Maß an Motivation und Selbstdisziplin.[5]

Yin Yoga
Yin Yoga ist eine eher passive und ruhige Yogaform, in der es darum geht sich mit Hilfe der Übungen zu entspannen und die Atmung frei fließen zu lassen. Die Übungen arbeiten primär an der Beweglichkeit und finden zu einem Großteil im Liegen oder Sitzen statt. Jede Übung wird dabei mehrere Minuten durchgehend gehalten und stetig intensiviert. Yin Yoga eignet sich als Ausgleich zu dynamischen, bewegungsorientierten Yoga Stilen.[6]

Kundalini Yoga
In alten Schriften wird die Kundalini oder auch Kundalini Energie als schlafende Schlange symbolisiert, die wenn sie aktiviert wird, aus dem Becken heraus, die Wirbelsäule entlang bis zum höchsten Punkt des Kopfes aufsteigt. Im Kundalini Yoga geht es mit anderem Worten darum, die Energiezentren oder auch sogenannten Chakren des Körpers und damit den Energiefluss zu aktivieren. Dies gelingt durch eine Kombination von Körperübungen, Atemtechniken und Entspannung. Auch die Arbeit mit Klangelementen, bspw. in Form von Mantras spielt im Kundalini Yoga eine Rolle.[7]

Bikram Yoga
Bikram Yoga wurde von dem gleichnamigen Bikram Choudhury entwickelt. Praktiziert wird hierbei bei einer Temperatur von ca. 40 grad Celsius. In der Regel besteht eine Bikram Yogaeinheit aus 26 festgelegten Übungen. Durch das starke Schwitzen werden Entgiftungsprozesse gefördert, gleichzeitig sollen die warmen und flexibleren Muskeln möglichen Verletzungen vorbeugen.[8]

Fazit: Obwohl alle Yoga Stile den gleichen Ursprung haben und im Wesentlichen aus dem Hatha Yoga heraus entstanden sind, lassen sich zwischen den Yoga Formen gravierende Unterschiede feststellen. Jede Yoga-Art bringt einen bestimmten Fokus mit sich und eignet sich für unterschiedliche Personen- und Zielgruppen entsprechend mehr oder weniger.

 

[1] Vgl. https://www.yoga.de/yoga-als-beruf/yoga-in-zahlen/yoga-in-zahlen-2018/ (19.12.18)

[2] Vgl. https://www.yoga-vidya.de/yoga/hatha-yoga/ (19.12.18)

[3] Vgl. Iyengar. 2014, S.34f.

[4] Vgl. https://www.yogaloft-hamburg.de/vinyasa-flow/ (19.12.18)

[5] Vgl. https://www.yogaeasy.de/artikel/ashtanga-yoga-schweiss-aber-keine-traenen (19.12.18)

[6] Vgl. https://wiki.yoga-vidya.de/Yin_Yoga (19.12.18)

[7] Vgl. Seitz. 2012, S. 16ff.

[8] Vgl. https://www.asanayoga.de/blog/category/yogastile/ (19.12.18)

 

Literaturverzeichnis

Iyengar, B.K.S. (2014). Licht auf Yoga. Hamburg: Nikol Verlagsgesellschaft GmbH & Co KG.

Seitz, A. (2012). Kundalini Yoga. Hamburg: Rowohlt.

Internetquellenverzeichnis

asanayoga. Alle Yogastile im Überblick.
https://www.asanayoga.de/blog/category/yogastile/
(Stand: 19.12.18)

BDY. BDY-Studie „Yoga in Zahlen 2018“.
https://www.yoga.de/yoga-als-beruf/yoga-in-zahlen/yoga-in-zahlen-2018/
(Stand: 19.12.18)

yoga easy. Yogastil-Lexikon: Alles über Ashtanga Yoga.
https://www.yogaeasy.de/artikel/ashtanga-yoga-schweiss-aber-keine-traenen
(Stand: 19.12.18)

yogaloft Hamburg. Vinyasa Flow.
https://www.yogaloft-hamburg.de/vinyasa-flow/
(Stand: 19.12.18)

Yoga Vidya. Hatha Yoga.
https://wiki.yoga-vidya.de/Hatha_Yoga
(Stand: 19.12.18)

Yoga Vidya. Yin Yoga.
https://wiki.yoga-vidya.de/Yin_Yoga
(Stand: 19.12.18)

Beitragsbild:

https://pixabay.com/de/yoga-asana-pose-hatha-frau-2959226/
(letzter Zugriff am 30.01.19)