Gemeinschaftliches, demokratisches Arbeitsumfeld

gemeinschaftliches Arbeitsumfeld

Abbildung 1: Outbrain-Office in San Fransisco, Quelle: http://t3n.de/news/15-schonsten-buroraume-tech-welt-425239/outbrain-1/?parent=425239&ids=e14b9bb850edd728c419902a6aacd3b5

 

Es zeigt sich zunehmend, dass die klassische Top-Down-Hierarchie am Arbeitsplatz immer weniger zeitgemäß ist. Besonders durch die kommunikativ offene jüngere Generation wird diese Veränderung vorangetrieben, da diese die Wichtigkeit von gemeinschaftlichem Umgang und eines Mitspracherechts für alle Mitarbeiter erkannt haben und auch zunehmend einfordern. Durch diese neuen kollaborativen Arbeitsmodelle mit mehr Freiraum, Mitbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten kann das Leben vieler Arbeitnehmer erleichtert werden[1].

Mehr Zufriedenheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, wie kann das gehen?

Nicht nur Krankenkassen und Ärzte auch innovative Führungskräfte haben wahrgenommen, dass die klassische Arbeitsumgebung oftmals dazu führt, dass Menschen unter zu hohem Stress leiden. Durch die Zunahme von Sorgen und  Stressbelastung der Arbeitnehmer  kommt es häufig zu körperlichen Auswirkungen und  immer wieder zu ernsteren gesundheitlichen Problemen. Das kann zu mehr Krankheitstagen führen, was sich somit auch wiederum negativ auf das Unternehmen und die Belegschaft auswirkt[2].

Durch mangelnde Unterstützung und Zusammenarbeit unter Kollegen und Vorgesetzen kann dieser Stress noch verstärkt werden. Durch zunehmende Projektarbeit, mit Deadlines und das Gefühl, alleine gelassen zu sein, werden die Ängste und Belastungen der Menschen noch weiter verschärft[3].

Die Mitarbeiter sind das Herz eines Unternehmens und es ist wichtig zu wissen, dass sich diese in einem angenehmen und attraktiven Arbeitsumfeld  besser entfalten und weiterentwickeln können. Durch die Umstellung auf ein gemeinschaftliches teambasiertes Arbeitsmodell kann es zu einer starken Verringerung des Stressempfindens von der untersten Ebene bis zur Führungsebene es Unternehmens kommen, wovon dann jeder Mitarbeiter profitiert, was wiederum Zusammenarbeit, Innovation und Engagement fördert[4].  Um ein angenehmes, gemeinschaftliches Arbeitsumfeld zu schaffen, bedarf es allerdings mehr als die Mitarbeiter in schicke, neue Räume zusammenzustecken und zu hoffen, dass dann die großen Veränderungen automatisch geschehen.  Vielmehr soll die Zusammenarbeit in einer demokratischen für alle zugänglichen Umgebung ermöglicht werden, in der Individualität und Flexibilität gefördert und Hierarchien abgebaut werden[5].

Änderung beginnt ganz oben

Wenn solch grundlegende Veränderungen in der Unternehmenskultur anstehen, ist der Erfolg dieser stark von der Führungsebene abhängig. Nur wenn auch die Mitarbeiter in den Führungsebenen selbst Beziehungen, den Teamgeist  und  gemeinschaftliche Zusammenarbeit fördern, funktioniert diese Art des offenen und fairen Miteinanders in dem Unternehmen auf allen Ebenen besser. Solch eine Denkweise muss von der Firmenleitung deutlich erkennbar vorgelebt und glaubhaft umgesetzt werden, damit die Belegschaft diese übernehmen kann.

Diese Einsicht ist nun auch in vielen Bereichen der Führungsebene angekommen. Das zeigt   eine Befragung  von 400 Vorgesetzten, welche im Auftrag  der Iniative Neue Qualität der Arbeit, vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, im Jahr  2014 durchgeführt wurde.  In dieser sind mehr als 75 % der Führungskräfte  der Meinung, dass ein Führungsstil mit einer klassischen Linienhierarchie, welcher auf Befehl und Gehorsam beruht, nicht mehr zeitgemäß ist. Der größte Teil der Befragten ist sich sicher, dass die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt am besten durch sich selbst organisierende Netzwerke gemeistert werden kann. Dadurch erhoffen sie sich, dass kollektive Intelligenz, und Innovationskraft angeregt und freigesetzt werden, was sowohl mental als auch physisch Raum für kreatives Arbeiten schafft. Über die Hälfte der Interviewten geht zudem davon aus, dass die anziehende Wirkung von Geld abnimmt. Im  Gegenzug dazu wird das Prinzip der Gemeinschaft und Kooperation und ein wertschätzender Führungsstil für Arbeitnehmer immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die befragten Chefs sind der Meinung, dass eine gute, offene Kommunikation den Grundstein bildet, um die immer wichtiger werdenden Entscheidungsfreiräume und Eigenverantwortung zu schaffen. Dies trage maßgeblich zu der Motivation und Gesundheit von den Mitarbeitern und somit zum Erfolg des Unternehmens bei[6].

Aussichten

Einige bekannte Firmen wie z.B. adidas und Bosch setzen diese Ansätze bereits in Projekten um und man darf hoffen, dass dies auch immer Firmen dazu anregt, ihre Unternehmenskultur zum Wohle aller Beteiligten zu reformieren[7].

[1] Vgl. www.sueddeutsche.de, (20.07.2016).

[2]  Vgl. www.tk.de (20.07.2016).

[3]  Vgl. Hacker, W./Richter, P.: 1998, S. 25.

[4] Vgl. Udis. I./Kraft, U./ Mussmann, C./Rimann, M.: 1992. S. 9 f.

[5] Vgl. www.adidas-group.com, (20.07.2016).

[6] Vgl. www.inqa.de, (21.07.2016).

[7] Vgl. www.cio.de, (21.07.2016).