APPLE – Nicht nur Marke, sondern Lifestyle

Apple: geliebt oder gehasst! Doch warum gibt es so viele Menschen, die Apple-Produkte entweder lieben oder hassen? Und warum werden viele Menschen bei Debatten über Apple emotional, obwohl es sich doch lediglich um Produkte handelt, die viele andere Firmen auch anbieten?[1] Die Antwort ist einfach. Die Produkte dienen heute nicht nur der Bedürfnisbefriedigung, sondern definieren stärker wie je zuvor den persönlichen Lifestyle.[2]

 

Produktpalette

Alles begann mit dem Apple I Computer. Er wurde 1976 auf den Markt gebracht.

In den nächsten Jahren änderte sich nichts am Konzept von Apple, erst 1997 wurde der iMac als Eckpfeiler in die Produktpalette aufzunehmen. Im Oktober 1999 wurde zunächst iMovie, dann iDVD, iPhoto, Garage Band und iWeb vorgestellt.[3]

Steve Jobs stellt am 23. Oktober 2001 den ersten iPod vor.

2003 wurde der eMac eingeführt und als letzter Mac mit einem Röhrenbildschirm verkauft.[4]

Apples große Erfolgsgeschichte begann 2007 mit dem iPhone. Die Umsatzzahlen schossen in die Höhe. Auch Apple TV kam in diesem Jahr auf den Markt, mit dem zusätzlich Umsatz erwirtschaftet werden konnte.

Am 27.Januar 2010 erlebte das iPad seine Premiere.

Knapp ein Jahr später am 02. März 2011 wurde die neue Siri Funktion vorgestellt, die die iPhones und iPads vom Markt abheben sollte.

Am 09. September 2014 wurde eine neue Produktart, die Apple Watch, vorgestellt, die rechts abgebildet ist.

2015 wurde ein eigener Musikstreaming-Dienst, Apple Music auf den Markt gebracht.

 

Die Entwicklung der Apple Inc. in Zahlen.

Wie oben erwähnt begann der Erfolgskurs Apples mit dem Verkauf des ersten iPhones 2007. Das untenstehende Schaubild verdeutlicht wie stark der Jahresumsatz seitdem gewachsen ist. Bis er 2015 auf ganze 233,72 Milliarden US-Dollar anstieg.[5]

40 Jahre Apple – Umsatz von Apple nach Geschäftsjahren (in Mrd. US-Dollar)

2016 sinkt der Umsatz leicht auf 215,64 Milliarden US-Dollar zurück.[6] Die 2016 verkauften 211,88 Millionen iPhones[7] erzielten einen Umsatz von 136,7 Milliarden US-Dollar, was 63,29 % des gesamten Jahresumsatzes ausmacht.[8] Von Januar bis Juni 2017 wurden bereits 129,05 Millionen Stück iPhones verkauft, Tendenz steigend.[9]

Nicht nur, dass Apple riesige Verkaufs und Umsatzzahlen aufweisen kann, Apple besitzt 2017 auch einen Markenwert von 234,67 Milliarden USD und ist damit dem Spitzenreiter Google mit 245,58 Milliarden US-Dollar dicht auf den Fersen.[10]

Betrachten wir nun die Marktanteile von Apple. Der durchschnittlicher weltweite Marktanteil von iPhones weltweit beträgt 2015 16,08%, 2016 14,5% und im ersten Quartal 2017 14,9%. Als einziger Anbieter von Smartphones mit dem iOS Betriebssystem deckt Apple immerhin circa 1/6 des Smartphone-Marktes ab. vor.[11]

 

Apples Erfolgsstrategie

Wie wurde die Marke Apple zum Lifestyle-Unternehmen und Must-Have des einundzwanzigsten Jahrhunderts? Ausnahme-Marken gelingt es immer wieder, ein Gefühl der Verbundenheit zu ihren Kunden herzustellen und dadurch ihre Loyalität zu sichern. Im besten Fall werden diese Käufer sogar zu Fans der Marke.[12]

Bevor ein Unternehmen jedoch soweit ist, muss zuerst die „Corporate Identity“ festgelegt werden. Dies bedeutet, dass festgelegt wird, wie sich eine Firma in der Öffentlichkeit präsentiert. Unter anderem wird der Name, das Logo, der Onlineauftritt und die räumliche Gestaltung festgelegt (Corporate Design). Darüber hinaus wird das Verhalten gegenüber Mitarbeitern, Kunden oder der Konkurrenz determiniert (Corporate Behaviour) und die Kommunikationsformen, -wege, -mittel und Werbemaßnahmen bestimmt (Corporate Communication).[13]

Simplify wins

Apples „Corporate Identity“ setzt sich wie folgt zusammen:
Die Produkte von Apple sind von einer Design-Richtung geprägt – Einfachheit, Dezenz und Eleganz. Durch dieses Konzept können Appleprodukte auf einen Blick erkannt werden. Darüber hinaus haben viele Geräte- und Softwarenamen von Apple eine Gemeinsamkeit: Sie beginnen mit einem kleingeschriebenen „i“. Auf Englisch bedeutet i „Ich“. Durch diesen raffinierten Einfall lassen sich viele Wortspielereien mit dem Namen der Produkte machen. Auch hier wird beim Hören eines Produktnamens sofort die Marke Apple in Verbindung gebracht.
Der Slogan „Think Different“ prägt die Denk- und Arbeitsweise des Unternehmens und unterstreicht das gewollte Image vom innovativen und futuristischen Unternehmen.
Durch das Ausarbeiten der oben genannten Bereiche sollen Außenstehende, die potentielle Kunden, das Unternehmen als einheitliches Ganzes wahrnehmen und eine positive Einstellung zum Unternehmen entwickeln.[14]

Das Design und die Benutzeroberfläche reichen jedoch nicht aus, um eine Loyalität gegenüber dem Unternehmen zu entwickeln. Wichtig für die Kaufentscheidung des Kunden ist das „Warum“. Die Menschen kaufen nicht was eine Firma auf den Markt bringt, sondern warum sie es macht.[15] Die Beziehung zwischen dem Was, den Produkten, und dem Warum, die Apple in seiner Marketingstrategie vereint, macht Apple einzigartig. Egal was Apple anpackt oder auf den Markt bringt es wird durch die Werbung und das Auftreten des Unternehmens immer klar, dass es „anders denkt“ als andere Unternehmen.[16]

Klar ist das Apple kein Produkt neu erfunden hat. Bevor es den iPod gab, gab es den MP3-Player, bevor es das iPhone gab, gab es andere Smartphones. Wie gelingt es Apple dennoch mehr Erfolg mit seinen Produkten zu haben als andere Unternehmen?[17]

Dies lässt sich anhand eines Beispiels verdeutlichen. Eine Firma verkauft einen neuen MP3-Player mit dem Slogan „5 GB MP3-Player“. Apple bewarb den iPod mit dem Slogan „1000 Songs in deiner Tasche“. Denn wir entscheiden uns zuerst dafür, ob wir etwas brauchen und später welche Größe oder etwa welche Farbe wir bevorzugen. Dieses Phänomen hat Apple so gut begriffen wie kaum eine andere Firma.[18]

 

Fazit

Was lange währt wird endlich gut! Über Jahre baute Apple seinen Erfolg aus und schaffte schließlich mit dem iPhone den Durchbruch. Gerade durch die Werbung und die Einzigartigkeit der Vermarktung wurde die Marke Apple zum Lifestyle und reiht sich in die Riege der Megakonzerne wie Google, Coca-Cola und Co. ein. Mit recht kann behaupten werden, dass Apple heute zu einer der wertvollsten und einflussreichsten Marken der Welt gehört. Und wie sieht das bei Ihnen aus, gehört Apple schon zu Ihrem Lifestyle?

 

 

 

Quellenverzeichnis

[1] Vgl. Doktor Allwissend (2014)

[2] Vgl. Wala (2016)

[3] Vgl. Dernbach (o. J.)

[4] Vgl. Dernbach (o. J.)

[5] Vgl. Statista – Das Statistik-Portal (2017b)

[6] Vgl. Statista – Das Statistik-Portal (2017b)

[7] Vgl. Statista – Das Statistik-Portal (2017a)

[8] Vgl. Statista – Das Statistik-Portal (2017c)

[9] Vgl. Statista – Das Statistik-Portal (2017d)

[10] Vgl. Statista – Das Statistik-Portal (2017e)

[11] Vgl. Statista – Das Statistik-Portal (2017f)

[12] Vgl. Wala (2016)

[13] Vgl. Fischer (2010)

[14] Vgl. Fischer (2010)

[15] Vgl. Sinek (2014), S. 43

[16] Vgl. Sinek (2014), S. 44

[17] Vgl. Sinek (2014), S.45

[18] Vgl. Sinek (2014), S.45

 

Abbildungen

Beitragsbild: https://pixabay.com/de/büro-freiberufler-computer-geschäft-583839/

Abbildung 1: https://de.statista.com/infografik/4570/umsatz-von-apple-seit-1977/

Abbildung 2: steve-jobs-654485_1280.png)

 

Literatur

Fischer, N. (2010): Iʻm a Mac: Kritische Überlegungen zum Verhältnis von Werbung und technologischer Innovation am Beispiel des Apple Kults, München

Sinek, S. (2014): Frag immer erst: warum: Wie Top-Firmen und Führungskräfte zum Erfolg inspirieren, 1. Aufl., München

 

Internetquellen

Wala, H. (2016): Kunden mit Emotionen gewinnen Apple, Google, Coca-Cola: Das sind die Erfolgsrezepte der Kult-Marken. In: http://www.focus.de/finanzen/experten/wala/kunden-mit-emotionen-gewinnen-apple-google-coca-cola-das-sind-die-erfolgsrezepte-der-kult-marken_id_5221654.html, abgerufen am 04.07.2017

Dr. Allwissend (2014): Dr. Allwissend, warum lieben alle Apple? In: https://www.piper.de/aktuelles/buchblog/dr-allwissend-warum-lieben-alle-apple, abgerufen am 04.07.2017

Dernbach, C. (o. J. b): Timeline: Die Geschichte von Apple (1976-2016). In: http://www.mac-history.de/zeitleiste-die-entwicklung-von-apple-seit-1976, abgerufen am 04.07.2017

Statista – Das Statistik-Portal (2017a): Absatz von Apple iPhones weltweit vom 3. Geschäftsquartal 2007 bis zum 2. Geschäftsquartal 2017 (in Millionen Stück). In: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/12743/umfrage/absatz-von-apple-iphones-seit-dem-jahr-2007-nach-quartalen/, abgerufen am 04.07.2017

Statista – Das Statistik-Portal (2017b): Umsatz von Apple Inc. weltweit in den Geschäftsjahren von 2004 bis 2016 (in Milliarden US-Dollar). In: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/39388/umfrage/umsatz-von-apple-seit-2004/, abgerufen am 04.07.2017

Statista – Das Statistik-Portal (2017c): In: Umsatz mit Apple iPhones weltweit in den Geschäftsjahren 2008 bis 2016 (in Milliarden US-Dollar). In: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/246013/umfrage/umsatz-durch-apple-iphones-seit-2007/, abgerufen am 04.07.2017

Statista – Das Statistik-Portal (2017d): Absatz von Apple iPhones weltweit vom 3. Geschäftsquartal 2007 bis zum 2. Geschäftsquartal 2017 (in Millionen Stück). In: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/12743/umfrage/absatz-von-apple-iphones-seit-dem-jahr-2007-nach-quartalen/, abgerufen am 04.07.2017

Statista – Das Statistik-Portal (2017e): In: Ranking der 25 wertvollsten Marken nach ihrem Markenwert im Jahr 2017 (in Milliarden US-Dollar). In: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/6003/umfrage/die-wertvollsten-marken-weltweit/, abgerufen am 04.07.2017

Statista – Das Statistik-Portal (2017f): In: Vergleich der Marktanteile von Apple und Samsung am weltweiten Absatz von Smartphones vom 2. Quartal 2009 bis zum 1. Quartal 2017. In: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/257769/umfrage/vergleich-der-martanteile-von-apple-und-samsung-am-weltweiten-smartphone-absatz/, abgerufen am 04.07.2017